Spiel des Jahres

04.12.2009 10:th

Der Kritikerpreis „Spiel des Jahres“ ist ein Spielepreis, der seit 1979 für deutschsprachige Brett- und Kartenspiele gegeben wird. Er ist die bedeutendste Spieleauszeichnung. Die ausgezeichneten Spiele tragen einen lorbeerumkränzten roten Pöppel. Es werden die Spiele des aktuellen Jahrgangs prämiert, d. h. Titel, die sich auf das laufende und vorangegangene Jahr beziehen. Folgende Beurteilungskriterien bestimmen, ob ein Spiel zum Preisträger gewählt wird:

a) Spielidee: hierzu gehören die Originalität, die Spielbarkeit und der Spielwert;

b) Regelgestaltung: es wird hier beurteilt, ob die Spielregeln übersichtlich und verständlich aufgebaut sind;

c) Layout vom Karton, Spielplan und von der Spielanleitung;

d) Design bezüglich der Funktionalität und der Verarbeitung des Spiels.

Der Preis zum „Spiel des Jahres“ wird von einer Jury vergeben, die sich aus zwölf Fachjournalisten zusammensetzt, die gleichzeitig in deutschsprachigen Medien als Spielekritiker tätig sind. Das Wahlverfahren hat viele Veränderungen durchgemacht. Bis 1998 stellte die Jury zunächst eine Bestenliste auf, die zwischen fünf und zwölf Titeln enthielt. Aus diesen Spielen wählte die Jury ein Spiel als Spiel des Jahres, die übrigen Spiele wurden mit einem Platz auf der Auswahlliste „Spiel des Jahres“ ausgezeichnet. Seit 2004 gibt es keine Auswahlliste mehr. Stattdessen werden heutzutage fünf Spiele nominiert, zusätzlich wird eine Empfehlungsliste veröffentlicht, die zwischen neun und zwölf Spiele enthält. Die auf dieser Liste ausgezeichneten Spiele dürfen mit einem weißen Pöppel „Auf der Empfehlungsliste“ versehen werden, der sich auf der Rückseite des Spielkartons befindet.

Die Entscheidungen der Jury, ob ein Spiel zum „Spiel des Jahres“ nominiert wird, haben einen sehr großen Einfluss auf den Brettspielemarkt. Die Nominierung führt dazu, dass das prämierte Spiel innerhalb eines Jahres bis zu 400.000 Mal verkauft wird.

Die Auswahl der Preisträger ist kein einfacher Prozess und unterliegt ständigen Debatten und Diskussionen. Es geht darum, den komplexeren Spielen, die sich an eine kleinere Zielgruppe richten, die gleichen Chancen für Nominierung zu geben wie den Familienspielen, die einfacher sind und auch von Kindern (etwa ab 10 Jahren) gespielt werden können.

Wie es schon erwähnt wurde, tragen die ausgezeichneten Spiele einen roten Pöppel. Um dieses Logo zu verwenden, muss an die Jury eine Lizenzgebühr bezahlt werden, die sich an der Zahl der verkauften Spiele bemisst. Zwischen der Jury und dem Preisträger wird ein Lizenzvertrag abgeschlossen, um folgende Punkte zu regeln: die Art und Weise, wie das Logo dargestellt werden darf, wie lange wird es verwendet und wie hoch sind die Lizenzgebühren. Der Lizenzvertrag mit dem Preisträger läuft unbegrenzt, die nominierten Spiele dürfen dagegen das Logo nur drei Kalenderjahre tragen. Eine solche Laufzeitbeschränkung dient dazu, eine bessere Übersicht und den Charakter einer besonderen Empfehlung zu bewahren.

Die Gründung des Vereins „Spiel des Jahres“ im Jahre 1979 spielt für Deutschland nicht zu unterschätzende Rolle. Es handelt sich hierbei nicht um eine bloße Spielauszeichnung, sondern gibt der Idee des Spiels und des Spielens eine neue Bedeutung. Mit der Gründung des Vereins entdeckten auch erwachsene Menschen die aufregende Welt des Spiels. Der Wert des Spiels wird nicht nur in der Familie und im Freundeskreis erhöht, sondern vor allem in der Gesellschaft. Dank dem Verein wurde die Verbreitung von Gesellschafts- und Brettspielen richtig gefördert. Er orientiert sich an das breite Publikum, das sich im riesigen Spieleangebot kaum mehr zurecht findet und deswegen auf eine kompetente Orientierungshilfe angewiesen ist. Außerdem fordert der Verein mit seiner Tätigkeit Autoren und Spielverlage, die Qualitätsmaßstäbe hoch zu halten.


Autor:  SpieleMitErfolg!
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