Spiel gut
04.12.2009 10:thDie Spieleauszeichnung „spiel gut“ wird vom Arbeitsausschuß Kinderspiel und Spielzeug e. V. verliehen. Es handelt sich um eine gemeinnützige Verbraucherberatung, die auf Spielzeug und Spiele spezialisiert ist. Der Arbeitsausschuß setzt sich zusammen aus Pädagogen, Psychologen, Kinderärzten, Techniker, Designer, Chemie- und Elektronikspezialisten und Umweltschützern. Ziel des Vereins ist die Förderung von wertvollem Spielzeug, so dass Kinder gute Erfahrungen im Umgang mit Spielwaren machen können.
Jedes Jahr kommen auf den Markt etwa 500 bis 600 neue Spielsachen, die vom Arbeitsausschuß begutachtet werden. Zunächst werden die Spielsachen in Familien, Kindergärten oder ähnlichen Institutionen getestet, ob sie den „spiel gut“- Kriterien entsprechen. Die Ergebnisse werden auf Fragebögen festgehalten. Auf Grundlage dieser Fragebögen entscheidet der Ausschuß über die Vergabe der Spieleauszeichnung, wobei die Spielzeuge noch zusätzlich kontrolliert werden. Diejenigen Spielsachen bzw. Spiele, die den Kriterien genügen, erhalten das Siegel spiel gut, das die Hersteller zur Kennzeichnung ihrer Spielsachen und Spiele benutzen können.
Der Arbeitausschuß wurde im Jahr 1954 gegründet. Schon damals versammelte sich ein Gremium aus Mediziner, Psychologen, Pädagogen, Künstler und Architekten mit dem Ziel, Spielsachen zu bewerten und den Spielherstellern zu zeigen, was unter gutem Spielzeug zu verstehen ist. Leider wurde diese Idee von den Herstellern nicht sofort aufgegriffen. Demnach wandte sich der Ausschuß mit Ausstellungen, Vorträgen und Interviews direkt an die Eltern, um über sie die Nachfrage nach gutem Spielzeug anzuregen. Gleichzeitig wurde das Spielzeug in Familien und Kindergruppen erprobt. Am Anfang sträubte sich die Spielwarenindustrie gegen eine Sortierung in empfehlenswerte und nicht empfehlenswerte Spielsachen. Mittlerweile ist das Interesse nach einem guten und vor allem sinnvollen Spielzeug deutlich gestiegen. Viele Hersteller sehen es heute als einen Vorteil, wenn ihre Spiele mit dem Siegel „spiel gut“ gekennzeichnet sind und nutzen vermehrt das Siegel, um mehr Kundschaft zu gewinnen.
Um das Siegel zu erhalten, soll das zu bewertende Spielzeug viele Kriterien erfüllen. Es soll die Fantasie anregen, vielfältige Spielmöglichkeiten anbieten und die Umwelterfahrungen (d. h. die besondere Erlebnisse) der Kinder berücksichtigen. Die Größe des Spielzeugs soll angemessen sein und dem Alter des Kindes entsprechen. Auch auf das Material und die Haltbarkeit wird einen großen Wert gelegt. Die Konstruktion und Mechanik müssen einfach und verständlich sein. Desweiteren achtet man auf die Form und Farben des Spielzeugs. Es darf nicht zu bunt sein und eher vereinfachte Formen anbieten, damit das Kind die Möglichkeit hat, das Wesentliche zu erkennen. Auch der Aspekt der Sicherheit nimmt nicht die letzte Stelle ein. Sie soll nach den EU-Normen durch das CE (Communauté Européenne, d. h. „Europäische Gemeinschaft“) bestätigt sein.
Heute gibt der Ausschuß Kinderspiel und Spielzeug e. V. das Verzeichnis des spiel gut ausgezeichneten Spielzeugs heraus. Es enthält circa 2.400 geprüfte Spielzeuge, Spiele und Spielmaterialien für jedes Alter, die seit 1955 vom Ausschuß das Sigel erhalten haben und noch produziert und verkauft werden. Außerdem werden vom Ausschuß diverse Bücher und Broschüre herausgegeben, die den Eltern eine ausführliche Beratung und Orientierungshilfe bei der Suche nach guten Spielsachen anbieten sollen.
Autor: SpieleMitErfolg!
